Menschen

Interview mit Thorsten Schäfer-Gümbel

  • Thorsten Schäfer-GümbelDer Spitzenkandidat der Hessen-SPD traf die Redaktion des Roten Fasan
  • Der Rote Fasan: Herr Schäfer-Gümbel, Sie wollen bei der Landtagswahl am 22. September Volker Bouffier als Ministerpräsidenten ablösen. Was haben die Menschen in Hessen davon, wenn Sie die nächste Landesregierung führen?
  • Thorsten Schäfer-Gümbel: Ich möchte mich für die Menschen in Hessen einsetzen und dafür sorgen, dass in Hessen wieder Respekt regiert. Ich stehe für eine solidarische und gerechte Gesellschaft. Aus Respekt vor harter Arbeit wollen wir gerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Zu viele Menschen müssen in Hessen für zu niedrige Löhne arbeiten. Deshalb werde ich mich für einen flächendeckenden Mindestlohn von mindestens 8,50 € einsetzen und dafür sorgen, dass die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt wieder hergestellt wird. Zum Beispiel durch Regulierung der Leiharbeit. Aus Respekt vor unseren Kindern wollen wir in Hessen für gleiche Bildungschancen sorgen – unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern. Wir wollen jährlich 100 neue Ganztagsschulen und die Abschaffung von G 8 erreichen. Familien sind eine wichtige Grundlage unserer Gesellschaft und diese möchte ich stärken. Aus Respekt vor den Eltern wollen wir Familien stärker unterstützen. Wir wollen die frühkindlichen Betreuungsangebote ausbauen und die Zusammenarbeit zwischen den Kitas und den Grundschulen verbessern. Lebenswerte Städte und Gemeinden sind für mich von besonderer Bedeutung. In ganz Hessen soll es sich vor Ort gut leben lassen. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum und eine flächendecke medizinische Versorgung. Wir wollen „Null Toleranz“ für Steuerhinterziehung und Steuerumgehung. Es ist nicht gerecht, wenn einige Millionen ins Ausland verschieben und die Zeche dafür Millionen Arbeitnehmer und Selbstständige zahlen müssen. Die Steuerehrlichen dürfen nicht die Dummen sein.
  • Was steht für Sie oben an als die drei wichtigsten Vorhaben, die von der neuen Landesregierung sofort angepackt werden müssen?
  • Die G8/G9-Problematik der 5. und 6. Klassen muss dringend gelöst werden. Wir werden sicherstellen, dass ab Sommer 2014 auch bestehende 5. und 6. Klassenstufen noch zur sechsjährigen Mittelstufe zurückkehren können, wenn die Schulen sich für G9 entschieden haben und die Eltern dies wünschen. Dabei ist der Vertrauensschutz dort zu berücksichtigen, wo es keinen einvernehmlichen Elternwillen gibt. Eine Regierung unter sozialdemokratischer Verantwortung wird das Programm „Jährlich 100 Grundschulen zu Ganztagsschulen“ starten. Außerdem werden wir das sogenannte Kifög zurücknehmen und mehr individuelle Förderung in den Kitas ermöglichen, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser möglich wird.
  • Und andersherum formuliert: Was hat die jetzige Landesregierung falsch gemacht?
  • Die jetzige Regierung fällt vor allem durch Skandale auf wie zum Beispiel die Steuerfahnder- Affäre, die Polizeichefaffäre und alle Verwicklungen rund um die European Business School in Wiesbaden. Neben den Skandalen und Affären macht die Regierung vor allem durch Nichtstun, Ideenlosigkeit und Amtsmüdigkeit auf sich aufmerksam. Es wird Zeit für den Wechsel und eine neue politische Kultur in Hessen. Dafür stehe ich.
  • Wer könnte der Partner Ihrer SPD in einer Regierungskoalition sein?
  • Ich werbe für eine starke SPD in diesem Landtagswahlkampf und möchte gemeinsam mit Bündnis 90/ Die Grünen eine Regierungskoalition eingehen.
  • Herr Schäfer-Gümbel, abschliessend noch drei persönliche Fragen: Wo haben Sie mir Ihrer Familie den letzten Urlaub verbracht, welche Sportveranstaltung haben Sie zuletzt besucht und welche Musik hören Sie am liebsten?
  • Ich war vor wenigen Wochen mit meiner Familie am Gardasee, wo ich vor der heißen Phase des Wahlkampfs noch einmal Kraft tanken und viel Zeit mit meiner Frau und meinen drei Kindern verbringen konnte. Die letzte Sportveranstaltung, die ich besucht habe, war das Finale der Rollstuhl- Basketball-Weltmeisterschaften in Frankfurt.
    Ich höre sehr gerne klassische Musik, aber auch Pink und Evanescence
    (Das Interview führte Manfred Merz)

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