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Die Ruhe vor dem Sturm?

  • SPD Fasanenhof zur Krise der Seniorenwohnanlagen
  • Betreuungsqualität sichern, keine einseitige Belastung der Beschäftigten

In den Medien ist es ruhiger geworden um die Zukunft der beiden Seniorenwohnanlagen „Lindenberg“ und „Fasanenhof“ innerhalb der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH). Wir erinnern uns: Ende 2012 wurde bekannt, dass die GNH beabsichtigt, 49% der Anteile an den nach eigenen Angaben defizitären SWA an „private Investoren“ zu verkaufen. Diese möglicherweise weitreichende Entscheidung betrifft neben den Bewohner/innen – 180 Pflegebetten und ca. 420 betreute Seniorenwohnungen-, auch ca. 200 Beschäftige. 

Nach Einschätzung der GNH birgt der Verbleib der SWA in der jetzigen Form im Konzern ein Kostenrisiko mit Verlusten bis zu 1 Million EUR jährlich. Sie könnten damit nach GNH-Meinung zu einem Risiko für den Konzern insgesamt werden. Ob diese Gefahr tatsächlich realistisch ist, kann von außen bzw. von uns kaum verifiziert werden. GNH ist der einzige kommunal getragene Klinikverbund Deutschlands, der überhaupt schwarze Zahlen schreibt bzw. profitabel ist.

In den vergangen Jahren konnten die SWA z.T. einen –v wenn auch bescheidenen – Beitrag zum positiven Konzernergebnis liefern. Ein Grund für die zu erwartenden SWA Verluste wurde durch die GNH-Wirtschaftsprüfer bereits ausgemacht: Die Beschäftigen verdienen zu viel – bis zu 25% mehr als in vergleichbaren „privaten“ Einrichtungen. Eine „Entlohnungsanpassung“ nach unten – dies wird von den Beschäftigten als wesentliche Triebfeder für die Veräußerungstendenzen angesehen-, trägt nicht zur Attraktivität der ansonsten vollmundig wertgeschätzten Pflegeberufe bei.

Wohlgemerkt, wir vom SPD-Ortsverein Fasanenhof schätzen uns glücklich, ein modernes Klinikum in unserem Stadtteil, und damit u.a. auch einen großen und attraktiven Arbeitgeber zu haben. Als SPD-Ortsverein sehen wir jedoch die „Rosinenpickerei“ bei Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge auch kritisch. Wir setzen uns dafür ein, die Betreuungsqualität in den SWA zu sichern und die Beschäftigten nicht einseitig zu belasten.

Die Attraktivität der Pflegeberufe darf sich nicht weiter verschlechtern. Als mittelfristige Themen unserer Ortsvereinsarbeit wollen wir uns daher der Sicherstellung der Qualität in der Pflege und dem Entlohnungssystem im Gesundheitswesen widmen. Interessenten/innen an diesem Meinungsbildungsprozess sind uns bei den allmonatlichen mitgliederoffenen Vorstandssitzungen herzlich willkommen. <mb>

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