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„Betreuungsgeld ist für uns keine Option!“

„Betreuungsgeld ist für uns keine Option“, sagt der junge Vater und Kasseler Student Sebastian Weise-Kusche, während er mit seiner Tochter an der Hand die Mönchebergstraße entlang läuft. Seine Lebensgefährtin greift zur Kamera, um den Moment zu verewigen, während wir das Interview weiter führen.

Erleichtert waren die Eltern der kleinen Luise als sie im April den Vertrag mit ihrer Kita endlich unterzeichnen durften. „Meine Lebensgefährtin und ich studieren an der Uni Kassel. Ohne Kita-Platz wären wir aufgeschmissen“, erklärt Sebastian Weise- Kusche, Vater der im Mai 2011 geborenen Luise. Sie haben lange darüber nachgedacht, wie ihre Tochter während ihrer Studienund Arbeitszeiten betreut werden soll. „Eine Kindertagesstätte bietet der Kleinen so viele Möglichkeiten, die sie zuhause nicht hat“, erläutert der 24-Jährige seine Entscheidung. „Und wir müssen so nicht unser Studium weiter unterbrechen.“ 

Schon lange vor der Geburt war klar: Beide Elternteile wollen weiter studieren und arbeiten. „Aus unserem Umfeld mussten wir uns häufig Kritik anhören. Sätze wie „Ihr wollt die Kleine jetzt schon in fremde Hände geben?“ waren keine Seltenheit. Das Betreuungsgeld bietet seiner Meinung nach völlig falsche Anreize. Statt endlich ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen, versuche man auf Bundesebene Eltern dazu zu bewegen ihren Nachwuchs zuhause zu lassen. „Eigentlich sollte es doch allen darum gehen, dass Beste für die Kinder zu wollen. In der Kita kommen die Kinder in Kontakt mit anderen, lernen die Welt kennen, begleitet von professionell ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern – diese Entwicklung sollte gefördert und nicht gebremst werden.“, fordert Weise-Kusche.

Außerdem sieht er die Gleichberechtigungsproblematik: „Es sind nach wie vor meist die Mütter, die das Jahr Elternzeit in Anspruch nehmen. Und es werden Mütter sein, die sich eher für das Betreuungsgeld entscheiden, anstatt ihr Kind professionell betreuen zu lassen und wieder in ihren Beruf einzusteigen“, fürchtet Weise-Kusche. „Ein großer Rückschritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau!“ (ml)

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